Der Mensch benötigt Umweltkompetenz, um sich im Alltag zurechtzufinden. Im Normalfall stehen diese Kompetenz und die Anforderungen, die an einen Menschen gestellt werden, in einem Gleichgewicht. Das beschert dem Menschen ein hohes Maß an Selbständigkeit und Lebenszufriedenheit. Im Alter, häufig und besonders ausgeprägt bei demenzkranken Menschen, nimmt diese Umweltkompetenz jedoch laufend ab.
Das macht es dem demenzkranken Menschen zunehmend schwer, sich
im Alltag zurechtzufinden. Deshalb
wird bei der Milieugestaltung die materielle und soziale Umwelt an die
veränderte Wahrnehmung, Empfindung und die Kompetenzen von demenzkranken
Menschen angepasst. Die
Anforderungen werden also den Kompetenzen angepasst. Das geschieht über den Abbau von Überforderungsquellen, dem Einbringen
von Orientierungshilfen und der klaren Orientierung des Alltags an der
Biographie. Dies alles ist eingebettet
in ein Klima der Wertschätzung, Akzeptanz und Echtheit im Umgang mit dem
demenzkranken Menschen.
Viele Demenzkranke werden zu Hause von ihren Familien versorgt. Für die Angehörigen bedeutet dies oftmals eine 24-Stunden-Versorgung an sieben Tagen pro Woche. Oft müssen die pflegenden Angehörigen hilflos dabei zusehen, wie ein geliebter Mensch sich immer stärker verändert. Ziel unserer Betreuungsgruppe ist es, diesen Angehörigen eine kleine Entlastung zu geben, mal wieder "etwas Zeit für sich" zu haben. Wir wollen den Angehörigen das schlechte Gewissen nehmen, da sie wissen, ihr Verwandter ist bei uns in guten Händen.
Die Memory-Gruppe unter Leitung von Alltagsbetreuerin Hildegard Schulze ist seit 1. Mai 2009 im Einsatz. Unter ihrer Anleitung werden die Demenzkranken von speziell geschulten ehrenamtlichen Helfern betreut. Individuelles Eingehen auf die Teilnehmer soll es ermöglichen, dass sie sich mit Hilfe der betreuenden Bezugsperson weitgehend frei und selbstbestimmt verhalten. Demenzkranke können in der Gruppe neue soziale Rollen einnehmen. Sie erfahren durch den unbelasteten Umgang mit anderen Betroffenen eine neue Wertschätzung. Angehörigen sollen zudem Kontaktmöglichkeiten mit anderen Betroffenen gegeben werden.
Der Ablauf eines Nachmittages hat eine klare Grundstruktur mit vielen flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten. Zu den festen Bestandteilen gehört die Begrüßung mit anschließendem gemeinsamen Kaffeetrinken. Außerdem werden wechselnde Aktivitäten wie gemeinsames Singen vertrauter Lieder, leichte Gymnastik, Gedächtnistraining, ein Spaziergang im Park, Spiel- und Musiktherapie angeboten.
Die Gruppe trifft sich jeden Mittwoch von 11:00 - 16:00 Uhr in Lauda-Königshofen. Es gibt eine 1:1-, teilweise auch 1:2-Betreuung. Die Gruppengröße ist grundsätzlich auf zehn Teilnehmer begrenzt. Zusätzlich kommt eine Gruppe im Seniorenzentrum Haus Heimberg in Tauberbischofsheim zusammen.
Die Teilnahme ist mit einem Kostenbeitrag von 24 Euro pro Nachmittag verbunden. Diese Kosten können unter bestimmten Voraussetzungen von den Pflegekassen zurückerstattet werden.
In unserem Memory-Gruppe-Flyer finden Sie alle wichtigen Informationen und Kontaktmöglichkeiten.